Netzbiographie – Joseph zu Salm-Reifferscheidt-Dyck

Französische Zeit

Florian Schönfuß

Mit dem Einmarsch der Revolutionstruppen im Oktober 1794 und letztgültig mit der völkerrechtlich sanktionierten Abtretung des linken Rheinufers an die junge französische Republik 1801 im Frieden von Lunéville verlor der rheinische Adel, so er nicht bereits emigriert war, sämtliche Titel, Privilegien und Herrschaftsrechte sowie in vielen Fällen weite Teile seines Besitzes. Die schweren Belastungen der militärischen Besatzung taten ein Übriges. Der schrittweise Untergang des Alten Reiches löste die traditionellen Klientelbeziehungen. Erst die ordnende Hand Napoleons, dessen meritokratisches Herrschaftssystem und imperiales Expansionsstreben eine Politik der Rearistokratisierung bedingten, eröffnete dem Adel neue Perspektiven. Wer dem Régime treu, opferbereit und kompetent diente, dem bot es mannigfache Chancen auf gesellschaftlichen Aufstieg, soziales Prestige und finanzielle Bereicherung. Joseph zu Salm-Reifferscheidt-Dyck wusste diese virtuos zu nutzen.