Praxis Online-Redaktion

Fuß- und Endnotenapparate

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Ein fachgerecht angefertigter kritischer Anmerkungsapparat ist Grundvoraussetzung für die Überprüfbarkeit der im Text gemachten Aussagen und damit für die Wissenschaftlichkeit der Publikation an sich. Ohne jeden Abstrich lässt sich ein Anmerkungsapparat auch in Online-Publikationen realisieren. Allerdings werden hier aus Fußnoten in aller Regel Endnoten. Diese werden im HTML mit den entsprechenden Fußnotenzeichen im Fließtext verlinkt. Neben der rein formellen Applikation des style sheets auf den Endnotenapparat sollte der Redakteur vor allem auf folgende Aspekte Acht geben (denn hier schleichen sich erfahrungsgemäß immer wieder Fehler ein):

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Folgezitationen per Kurztitel: In Online-Publikationen werden Folgezitationen üblicherweise per Kurztitel abgehandelt. Das heißt im Kurztitel erscheint der Hinweis "(wie Anm. ##)" bzw. bei englischen Manuskripten "(see FN ##)". Die Reihenfolge der einzelnen Zitationen ist also ganz entscheidend. Werden Fuß- bzw. Endnoten nachträglich zwischengefügt, gerät die Gesamtreihenfolge möglicherweise durcheinander und der Bezug geht verloren. Dies gilt erst Recht bei Direktfolgezitationen per "ebenda/ebd.". Aus eben diesem Grunde sollten diese bereits im style sheet ausdrücklich "verboten" werden! In jedem Falle muss der Redakteur die Querverweise durch Folgezitationen jeweils einzeln nachkontrollieren. Verweist die Angabe "(wie Anm. 52)" in Endnote 144 auch in der dritten Textversion noch auf die in Endnote 52 zitierte Literatur? Erfahrungsgemäß neigen Autoren wissenschaftlicher Texte dazu, "auf den letzten Drücker" noch Literaturangaben, Quellenverweise oder Erläuterungen einzufügen. Doch sollten entsprechende Ergänzungen des Anmerkungsapparats (so wie grundsätzlich jede Veränderung des Dokuments!) unbedingt markiert und dem Redakteur mitgeteilt werden. Dieser muss seinerseits den Autor für diese Problematik sensibilisieren. Denn für den Leser ist kaum etwas ärgerlicher, als sich in unstimmigen Folgezitationen und Querverweisen zu verlieren.

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Angaben des Erscheinungsorts: Ortsangaben bzw. Städte- und Staatennamen sollten stets in der Sprache des Fließtextes gehalten werden, nicht in der Sprache der zitierten Publikation.

Beispiel (Französische Publikation, Fließtext auf Deutsch)
Jean-Luc Lasalle: L'agriculture au Moyen Âge, Straßburg 1985.

In begründeten Einzelfällen (etwa aufgrund der politisch sensiblen Befindlichkeiten im deutsch-polnischen Verhältnis) mag in Absprache mit dem Autor/Herausgeber von diesem Prinzip dennoch abgewichen werden. Doch kommt es hier ganz auf den Publikationszusammenhang an.

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Englische Titel: Englische Literaturtitel sollten stets im anglo-amerikanischen Großbuchstabenschema wiedergegeben werden.

Beispiel: Robert M. Berdahl: The Politics of the Prussian Nobility. The Development of a Conservative Ideology, Princeton 1988.

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Stichproben: Überprüfen Sie – zumindest stichprobenartig – die Literaturangaben im Anmerkungsapparat auf ihre Richtigkeit. Per "copy & paste" auf google eingegeben sind diese rasch abgeglichen. Dies vermeidet manchen Fehler, auch wenn dieser freilich allein im Verantwortungsbereich des Autors läge. Bei auffällig vielen Fehlern halten Sie mit dem Autor und gegebenenfalls dem Herausgeber Rücksprache.

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Links: Überprüfen Sie unbedingt jeden Link auf seine Funktionstüchtigkeit! Hyperlinks sollten vor dem Formatieren des Dokuments entfernt werden.

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Online-Publikationen: Achten Sie darauf, dass Online-Publikationen richtig und vollständig zitiert werden (vgl. Abschnitt "Zitierbarkeit").

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Archivalienzitation: Die Zitation von Archivalien muss stets in einheitlicher Form erfolgen. Falls bekannt, müssen Ausstellungsdatum und Ausstellungsort angegeben werden (sonst: o.O. [= ohne Ort]; o.J. [= ohne Jahr]). Für staatliche Archive existieren allgemeinverbindliche Abkürzungen (GstA PK, HstAS usw.).

Beispiel 1: Pachtvertrag zwischen Joseph zu Salm-Reifferscheidt-Dyck und Jakob Joisten, Schloss Dyck, 1. März 1818, einregistriert zu Bonn am 12. März 1818, §11. In: Archiv Schloss Dyck. Bestand Dyck 4 – Kart. 5/118.

Beispiel 2: Pro Memoria die Umpfarrung des Klosters St. Nicolas von Glehn nach Bedbur-Dyck betreffend, Schloss Dyck, April 1846 (Entwurf). In: Archiv Schloss Dyck. Rechnungsbestand, Nr. 415, f. 1r-3v, hier: 1r-2v.

Beispiel 3: Albrecht von Bayern an Ernst Friedrich zu Salm-Reifferscheidt, München, 22. Oktober 1628. In: Archiv Schloss Dyck. Bestand Blaue Bände – Band 408, 303f.

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Mehrere Literaturzitationen in einer Anmerkung: Erfolgen gleich mehrfache Literaturangaben in einer Fuß-/Endnote, so werden diese durch Semikolon voneinander getrennt. Jede Fuß-/Endnote endet immer mit einem Punkt. Bereits in derselben Fuß-/Endnote genannte Autoren werden mit "(ders.)" bzw. "(dies.)" abgekürzt. Innerhalb ein und derselben Fuß-/Endnote sind Verweise mithilfe von "ebd." durchaus gestattet – nicht jedoch Querverweise mit "(wie Anm. ##)"!

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Angaben von Band- und Auflagenummer: Band und Auflage müssen bei der Literaturzitation stets mit angegeben werden. Achten Sie hier besonders auf die Einheitlichkeit. Auch bei Folgezitationen muss die jeweilige Bandnummer genannt werden, nicht aber nochmals die Auflagennummer.

Beispiel: Zorn / Schnurrbein: Schmalkaldischer Krieg (wie Anm. 43), Band 3, 132.

Empfohlene Zitierweise
Florian Schönfuß, Praxis Online-Redaktion: Fuß- und Endnotenapparate, in: historicum-estudies.net,
URL: http://www.historicum-estudies.net/epublished/praxis-online-redaktion/arbeiten-am-text/fuss-und-endnoten/ (Datum des letzten Besuchs).

Erstellt: 24.04.2014

Zuletzt geändert: 24.01.2017