Praxis Online-Redaktion

Einbindung in Wissenschaftsblogs

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Blogs bieten Autoren wie Herausgebern die Möglichkeit, laufende Forschungs- und Publikationsprojekte in diskursiver, offener und unverbindlicher Form der wissenschaftlichen Community im Netz, bei entsprechend dokumentarisch-erklärendem Schreibstil durchaus auch einer breiteren Öffentlichkeit wirkungsvoll zu präsentieren. Freilich sollte ein Blog in regelmäßigen Abständen mit neuen Beiträgen befüllt, sollten eingegangene Kommentare und Nachfragen abgearbeitet werden, sonst verläuft er sich allzu rasch im Sande. Über Linkreihungen (Blogroll) kann auf themen- oder methodenverwandte andere Blogs, Webseiten oder Social-Media-Profile (facebook, Twitter, google+ et cetera) verwiesen werden. Im Austausch ergeben sich perzeptorische Synergien, die Wahrnehmung der eigenen Inhalte im World Wide Web steigt exponentiell. Gerade für jüngere Nachwuchswissenschaftler eröffnen Projektblogs nachhaltige Chancen, innerhalb der wissenschaftlichen Community auf sich aufmerksam zu machen und sich effektiv zu vernetzen, bleiben Ihnen "etablierte" Kanäle (Print-Periodika, Rezensionsjournale, Tagungsteilnahmen) doch häufig noch versperrt.

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Im Grunde genommen existieren aktuell zwei "Typen" von Wissenschaftsblogs. Zum einen jene, die auf ein möglichst breites und fundiertes Feedback zu Forschungsthesen, methodischen Ansätzen und (vorläufigen) Befunden abzielen, aktuelle Forschungsliteratur besprechen oder Vorträge diskutieren – sprich den webinternen Forschungsdiskurs kanalisieren, sowie andererseits solche, die vornehmlich der digitalen Öffentlichkeits- und Pressearbeit dienen, zu projektbezogenen Tagungen und Vorträgen, Panels, Buchvorstellungen oder Lehrveranstaltungen berichten, die Projektförderung repräsentieren oder gar einwerben, aber genauso auch thematische "Claims" abstecken und webbasiertes Networking ermöglichen. Für ein inhaltlich begrenztes Publikationsprojekt, aber auch für Periodika empfiehlt sich vor allem letztgenannter Typ.

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Durch ansprechend gestaltete Blogs können Einzelbeiträge, etwa eines online publizierten Tagungsbandes oder einer Projektreihe, angekündigt, kurz erläutert und dem Leser "schmackhaft gemacht" werden. Die Kunst dabei ist, die Inhalte, Ansätze und Befunde der jeweils vorgestellten Beiträge in einem möglichst journalistisch gehaltenen, zum Lesen verlockenden Schreibstil allenfalls kurz anzureißen, keinesfalls jedoch – wie im Falle eines Abstracts – zusammenfassend auf den Punkt zu bringen und damit schon vor der Publikation "zu viel zu verraten".

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Wohlüberlegte (gern auch einmal zum Schmunzeln anregende) Blogbeitragstitel und entsprechende Hinführungen zum eigentlichen Thema können dabei das Salz in der Suppe sein. Gerade durch sie kann auch ein breiteres Publikum über die universitär-akademische Klientel hinaus gewonnen werden. Zwischenzeitliche Hinweise auf neu erschienene verwandte Publikationen, auf einschlägige Vorträge oder Präsentationen mögen, wann immer sich Gelegenheit bietet, eingestreut werden. Und selbstverständlich sollte ein Blog späterhin auch mit der online geschalteten Publikation, mit eigenen Webseiten und Social-Media-Profilen verlinkt werden. Ein Beispiel für solch einen projektbegleitenden, einer umfangreicheren Online-Publikation vorangeschalteten Blog ist der auf hypotheses.org gehostete Blog "Rheinischer Adel".

Empfohlene Zitierweise
Florian Schönfuß, Praxis Online-Redaktion: Einbindung in Wissenschaftsblogs, in: historicum-estudies.net,
URL: http://www.historicum-estudies.net/epublished/praxis-online-redaktion/autorenbetreuung/wissenschaftsblogs/?L=0 (Datum des letzten Besuchs).

Erstellt: 24.04.2014

Zuletzt geändert: 24.01.2017