Praxis Online-Redaktion

Digitale Check- und To-Do-Listen

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Aus den bisherigen Ausführungen wird rasch ersichtlich, dass der wissenschaftliche Online-Redakteur im Verlaufe des Redaktions- und Publikationsprozesses umfängliche Aufgaben zu bewältigen hat. Oft ist regelrechtes "Multitasking" gefragt. Umso essentieller sind für ihn, neben einem guten Zeitmanagement, trittfeste "Gedächtniskrücken". Im unsteten Redaktionsalltag gelangen die ubiquitären gelben "Post-It's", Terminkalenderglossen oder Notizbucheinträge allerdings sehr schnell an ihre memotechnischen Grenzen. Es gibt mittlerweile sehr nützliche, in verschiedenste Komponenten untergliederte und auf die individuellen Bedürfnisse jeder Redaktion kalibrierbare Client Administration Software (wie zum Beispiel COBRA Solutions), mithilfe derer auch der redaktionelle Workflow organisiert werden kann. Doch solche Programme sind in der Anschaffung sehr teuer, ja für die meisten kleineren "Drittmittelprojekt-Redaktionen" schlicht unerschwinglich.

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Die beste Abhilfe "wider das Vergessen" schaffen noch immer digitale Check- und To-Do-Listen, zumindest solange diese regelmäßig gepflegt werden. Ganz entscheidend für die redaktionellen Abläufe ist jedoch, dass diese alle notwendigen Schritte abdecken, ohne selbst zu überfrachten. Das Anlegen und Führen von Organisationshilfen – dies gilt auch für die einschlägige Software – darf nicht zum Selbstzweck werden. Was gehört also hinein? Was nicht?

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Grundsätzlich sollten alle "kritischen Scharnierstellen" im redaktionellen Ablauf, also der Eingang eines Textes in der Redaktion (dem Autor/Herausgeber immer sogleich zu bestätigen!), der Abschluss des Lektorats, der Rückversand an den Autor, der Korrekturfahnenversand bzw. die Einholung des Imprimaturs, gegebenenfalls die Einspeisung/Freischaltung einzelner Texte im CMS vermerkt werden. Darüber hinaus sollte eine gute Checkliste darüber Aufschluss gewähren, ob alle "Bausteine" des Beitrags (Text, Abstract, Abbildungen, Verzeichnisse, gegebenenfalls ergänzende Video-/Audiostreams, Logos et cetera) beisammen sind; insbesondere rechtsverbindliche Schritte (Autorenvertrag, eventuell Bildrechte, Imprimatur) sollten unbedingt nachgehalten werden. Für einen Aufsatzband oder eine Ausgabe eines Fachjournals mag dies wie folgt aussehen:

Autor/
Text
EingangRedigiertAbstractAutoren-
daten
VertragRücksendungImprimatur
Meierneinneinneinneinneinneinnein
Müller
Interview
jajaohnejajajaja
Schulzjajajaneinjajaja
Gruberjaneinjajajaneinnein
Schmitzjajaja neinja ja ja
Schmidtjajaja jajaneinnein
Beckerjajajajajajaja
Fischerjajajaneinja

ja

ja


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Freilich sind die unterschiedlichen Punkte und Spalten innerhalb der obligatorischen Checkliste jeweils vom Publikationsformat abhängig. Für ein Rezensionsjournal (aufgrund der "Masse" an Texten sind wohldurchdachte Checklisten hier besonders wichtig!) würde eine solche gewiss anders ausschauen, denn sie enthielte statt dem Eintrag "Abstract" zumindest die Einträge "Rezensionsexemplar in Redaktion eingetroffen" sowie "Rezensionsexemplar an Rezensent geschickt", statt "Autor" stünde "Rezensent", die Spalten "ISBN-Nummer" und "Verlag" würden die Liste komplettieren. Im Falle einer Quellenedition oder einer Netzbiographie sähe die Checkliste wiederum anders aus. Bei reinen Monographien reichen einfache To-Do-Listen oder "Meilensteine" meist aus.

Empfohlene Zitierweise
Florian Schönfuß, Praxis Online-Redaktion: Digitale Check- und To-Do-Listen, in: historicum-estudies.net,
URL: http://www.historicum-estudies.net/epublished/praxis-online-redaktion/textverwaltung/checklisten/?L=1 (Datum des letzten Besuchs).

Erstellt: 24.04.2014

Zuletzt geändert: 24.01.2017