Leitfaden für das Studium der Mittelalterlichen Geschichte

Bild- und Sachquellen

Die Geschichtswissenschaft arbeitet nicht nur mit Texten, sondern zieht auch Bilder und Objekte als historisches Material heran. Bildquellen sind bemalte, gezeichnete oder bedruckte Flächen, die uns über die Zeit Auskunft geben, in der sie entstanden sind. Dazu zählen für das Mittelalter vor allem Buchillustrationen, Tafelbilder, Wandgemälde, Bildteppiche, Holzschnitte und Werke der Glas- und Keramikmalerei. Sachquellen wie etwa Werkzeuge, Skulpturen, Münzen, Siegel und Textilien stellen Historiker/innen vor ähnliche Herausforderungen wie Bildquellen. Denn beide, Bilder und Objekte, müssen zunächst quellenkritisch eingeordnet und anschließend interpretiert werden.

Rekonstruktionsdarstellungen und Historiengemälde beispielsweise enthalten selbst bereits Interpretationen historischer Quellen, was ihre Aussage verändert und bei der Interpretation beachtet werden muss, denn sie sind keinesfalls Bildquellen für die auf ihnen dargestellte Zeit. Vielmehr geben sie Auskunft über die Zeit, in der sie entstanden sind. So können neuzeitliche Darstellungen des Mittelalters aufschlussreiche Eindrücke über die Rezeption des Mittelalters in der Neuzeit geben, nicht aber über die Zeit des Mittelalters selbst.

Empfohlene Zitierweise
Anja Ute Blode, Nina Kühnle, Dominik Waßenhoven, Leitfaden für das Studium der Mittelalterlichen Geschichte: Bild- und Sachquellen, in: historicum-estudies.net,
URL: http://www.historicum-estudies.net/etutorials/leitfaden-mittelalter/bild-und-sachquellen/?L=0 (Datum des letzten Besuchs).

Erstellt: 17.03.2015

Zuletzt geändert: 15.01.2017