Leitfaden für das Studium der Mittelalterlichen Geschichte

Plagiat

Wenn Sie gegen die gute wissenschaftliche Praxis verstoßen, erzeugen Sie ein Plagiat. Bei einem Plagiat handelt es sich weder um ein Kavaliersdelikt noch um einen peinlichen Fauxpas. Ein Plagiat ist Betrug; es führt zur Verwehrung oder Aberkennung des Leistungsnachweises und zu einem Verfahren vor dem Fakultätsprüfungsausschuss, das je nachdem eine Verwarnung, ein Bußgeld oder im äußersten Fall die Exmatrikulation zur Folge hat.

Unter einem Plagiat versteht man die ungekennzeichnete Aneignung von Gedanken, Ideen etc. eines anderen und die Wiedergabe unter eigenem Namen. Plagiate liegen beispielsweise dann vor, wenn Teile der Arbeit wörtlich oder nur leicht modifiziert aus anderen Publikationen übernommen, aber nicht als Zitate gekennzeichnet werden, so dass bei der Lektüre der Eindruck entsteht, Sie hätten die entsprechenden Abschnitte nach selbstständiger Verarbeitung mit eigenen Worten ausgedrückt oder sogar selbst erdacht. Verboten ist auch die Patchwork-Technik, also das Aneinanderreihen leicht bearbeiteter fremder Texte oder Gedankengänge durch nur kurze eigene Überleitungen.

Deshalb ist es entscheidend, dass Sie alle wörtlichen Zitate und Inhaltsreferate sowie alle wesentlichen Informationen, Ideen, Deutungsansätze oder Rückschlüsse, die Sie aus einer Quelle(naussage) oder einer wissenschaftlichen Untersuchung übernommen haben, mit einer Fußnote versehen und angeben, wo Sie diese Urteile, Überlegungen oder Redewendungen gelesen haben. Wörtliche Zitate werden dabei in Anführungszeichen gesetzt und folgen dem genauen Wortlaut der Vorlage.

Allgemein Bekanntes und Anerkanntes, z.B. dass Friedrich Barbarossa im Jahr 1152 zum König gekrönt wurde, muss nicht belegt werden. Sobald Sie jedoch beginnen, Zusammenhänge zu verdeutlichen, das Ereignis in den historischen Kontext einzubetten und Schlussfolgerungen zu ziehen, müssen Sie angeben, auf wessen Forschung Ihre Argumentation beruht bzw. wessen Interpretation Sie aus welchen Gründen ablehnen. Jeder Historikerin/jedem Historiker passiert es mitunter, dass sie/er die eigenen Gedanken zu einem Thema in einer älteren Studie bereits veröffentlicht findet. Nehmen Sie dies als positive Bestätigung und verweisen Sie auf die Arbeit (z.B. mit der Wendung „So auch Müller, …“)! Ein Übergehen wäre nicht nur unredlich, sondern setzt Sie einem Plagiatsverdacht aus.

Auch Inhalte, die im Internet scheinbar frei verfügbar sind, dürfen nicht ohne Kennzeichnung übernommen werden. Es handelt sich dabei immer um den Diebstahl geistigen Eigentums, mit dem Sie sich als angehende Historikerin oder angehender Historiker disqualifizieren.

Damit wir Ihre Hausarbeit rascher auf Plagiate hin überprüfen können, geben Sie die Hausarbeit immer in elektronischer Form und auch in Papierform ab. Benennen Sie Ihr Dokument zuerst mit Ihrem Nachnamen und, nach einem Bindestrich, mit dem Namen der Veranstaltung, z.B. „Mueller-Stadt.doc“.

Am Ende fügen Sie auf einer gesonderten Seite immer folgende Erklärung zur guten wissenschaftlichen Praxis bei, die Sie handschriftlich unterzeichnen:

Hiermit versichere ich, dass ich diese Arbeit selbstständig verfasst und keine anderen als die angegebenen Quellen und Hilfsmittel benutzt habe. Die Stellen meiner Arbeit, die dem Wortlaut oder dem Sinn nach anderen Werken und Quellen, einschließlich der Quellen aus dem Internet, entnommen sind, habe ich in jedem Fall unter Angabe der Quelle als Entlehnung kenntlich gemacht. Dasselbe gilt sinngemäß für Tabellen, Karten und Abbildungen. Diese Arbeit habe ich in gleicher oder ähnlicher Form oder auszugsweise nicht im Rahmen einer anderen Prüfung eingereicht.

Es folgen Ort, Datum und Ihre Unterschrift. (Hinweis: Bitte geben Sie bei Hausarbeiten keine eidesstattliche Erklärung ab. Eine Erklärung an Eides statt erfolgt nur bei Bachelorarbeiten. Sollten Sie einer Hausarbeit eine eidesstattliche Erklärung beigeben, müsste das Justitiariat im Fall eines Plagiats auch die Staatsanwaltschaft einschalten.)

Empfohlene Zitierweise
Anja Ute Blode, Nina Kühnle, Dominik Waßenhoven, Leitfaden für das Studium der Mittelalterlichen Geschichte: Plagiat, in: historicum-estudies.net,
URL: http://www.historicum-estudies.net/etutorials/leitfaden-mittelalter/hausarbeit/plagiat/?L=0 (Datum des letzten Besuchs).

Erstellt: 17.03.2015

Zuletzt geändert: 07.09.2017