Leitfaden für das Studium der Mittelalterlichen Geschichte

Rezensionen

Eine Rezension ist die kritische Besprechung eines Werkes durch einen Fachkollegen oder eine Fachkollegin. Will sich ein/e Historiker/in rasch über ein vorliegendes Werk informieren (z.B. hinsichtlich des Inhaltes, falls man es noch nicht einsehen konnte und/oder eine Fernleihe erwägt, oder hinsichtlich der Qualität der gebotenen Information und Argu­mentation), so greift er/sie auf eine Rezension zurück. In aller Regel sind die Rezen­sent/inn/en eines Werkes – vor allem wenn es sich um renommierte Zeitschriften wie etwa die HZ oder das DA handelt – auf dem Gebiet des zu besprechenden Titels ausgewiesene Fachleute. Der Leser profitiert daher im besten Fall über die übliche Zusammenfassung des Inhalts hinaus von einer profunden kritischen Auseinandersetzung mit dem Titel und erhält Informationen über neue Forschungstendenzen oder -kontroversen.

Rezensionen in Fachzeitschriften

Historische Fachzeitschriften verfügen in aller Regel über einen Rezensionsteil mit besprochenen Büchern; teilweise werden auch Zeitschriftenaufsätze rezensiert. Zu beachten ist, dass zwischen dem Zeitpunkt der Veröffentlichung und der Besprechung in einer Fachzeitschrift einige Zeit vergehen kann – oftmals ein bis zwei Jahre. Zeitsparender, als die nach der Veröffentlichung eines Werkes erschienenen Jahrgänge der einschlägigen Fach­zeitschriften nach einer möglichen Rezension zu durchforsten ist es, die Suchfunktion der Internationalen Bibliographie der Rezensionen (IBR) zu benutzen. Die IBR ist eine interdisziplinäre und internationale Rezensionsdatenbank. Sie berücksichtigt vornehmlich die Geistes- und Sozialwissenschaften und weist ab dem Berichtsjahr 1985 Buchrezensionen in 6.820 vorwiegend europäischen wissenschaftlichen Zeitschriften nach.

Online-Rezensionsportale

Online-Rezensionsportale haben zwei entscheidende Vorteile gegenüber Printwerken: Zum einen können sie dem Postulat einer schnellen Veröffentlichung viel eher entsprechen als die gedruckten Fachzeitschriften, da diese den Nachteil langer Vorlaufzeiten und begrenzter Platzkapazitäten haben. Zum anderen können Leser/innen bedeutend einfacher, nämlich vom heimischen Computer aus, online auf die Rezension zugreifen.

Sehepunkte ist ein epochenübergreifend und interdisziplinär angelegtes Internetrezensions­journal. Deutschsprachige Publikationen stehen im Vordergrund. Bücher, die ab dem Jahr 2000 erschienen sind, lassen sich mittels einer Suchmaske gezielt ermitteln und im Volltext einsehen.

Auf dem Historikerportal H-Soz-Kult (vgl. auch den Abschnitt zu den Fachportalen) werden jährlich mehr als tausend Rezen­sionen von geschichtswissenschaftlich relevanten Veröffentlichungen publiziert. Die insgesamt 119.869 (Stand August 2014) Besprechungen von Publikationen aus allen Epochen sind über eine einfache Suchmaske auffindbar und als Volltext verfügbar.

perspectivia.net ist eine Online-Publikationsplattform der Deutschen Geisteswissenschaftlichen Institute im Ausland. Dort erscheinen seit 2008 u.a. die Rezensionen der Zeitschrift „Francia“, die vom Deutschen Historischen Institut Paris herausgegeben wird. Die Bayerische Staatsbibliothek sorgt für die Sacherschließung, Verschlagwortung und Langzeitarchivierung der Rezensionen, so dass diese über die plattformeigene Suche, über die gängigen Suchmaschinen sowie über Bibliothekskataloge recherchiert und angesteuert werden können und dauerhaft zitierbar sind.

Empfohlene Zitierweise
Anja Ute Blode, Nina Kühnle, Dominik Waßenhoven, Leitfaden für das Studium der Mittelalterlichen Geschichte: Rezensionen, in: historicum-estudies.net,
URL: http://www.historicum-estudies.net/etutorials/leitfaden-mittelalter/literaturrecherche/rezensionen/?L=1 (Datum des letzten Besuchs).

Erstellt: 17.03.2015

Zuletzt geändert: 22.05.2015