Online-Übungen und Tafelwerke

Neben dem Besuch von Lehrveranstaltungen zur Paläographie können Anfänger und Fortgeschrittene ihre paläographischen Fertigkeiten auch im Selbststudium erproben. Hierfür gibt es Tafelwerke, die gute, großformatige Abbildungen von Handschriften bieten. Seit einigen Jahren gibt es darüber hinaus mit Paläographie Online auch ein Online-Lehrangebot zur lateinischen Paläographie der Antike und des Mittelalters (http://www.palaeographie-online.de).

Paläographie Online ist als Begleiter zu einem Einführungsseminar konzipiert und richtet sich dezidiert an Anfänger. Nach dem Login werden hier in unterschiedlichen Lektionen die einzelnen Schriftarten von der Capitalis rustica bis zur humanistischen Kursive eingeübt. Anhand zahlreicher Beispiele werden die wichtigsten Merkmale und die historische Entwicklung der einzelnen Schriftarten erläutert. In einzelnen Transkriptionsübungen können die Benutzer ihre eigenen Lesefertigkeiten verbessern und überprüfen. Jede Lektion und jede Übung ist mit einem Hinweis auf die zu veranschlagende Arbeitszeit versehen. Ein Glossar der wichtigsten Fachbegriffe, eine alphabetische sowie chronologische Übersicht über die Schriftarten und eine Einführung in die Prinzipien mittelalterlicher Abkürzungen findet man unter dem Schlagwort „Hilfsmittel“. So erweist sich Paläographie Online als sehr gute Unterstützung für Anfänger und praktisches Hilfsmittel für Fortgeschrittene.

Tafelwerke

Arndt, Wilhelm und Michael Tangl (Hgg.): Schrifttafeln zur Erlernung der lateinischen Paläographie, 3 Bde., 4. erw. Aufl., Berlin 1897–1907. [Ai 12 (Grüne Kommode)] – online: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:061:1-147217 (abgerufen am 24.05.2017).

Battelli, Giulio: Acta pontificum (Exempla scripturarum 3), 2. Aufl., Rom 1965. [Ai 73]

Brackmann, Albert: Urkunden und Siegel in Nachbildungen für den akademischen Gebrauch, Bd. 2: Papsturkunden, Leipzig und Berlin 1914. [Ai 2 (Grüne Kommode) und Ai 2-2]

Bruckner, Albert und Robert Marichal (Hgg.): Chartae latinae antiquiores. Facsimile-edition of the latin charters prior to the 9th century, 4 Bde., Olten und Lausanne 1954–1967. [Ak 101]

Crous, Ernst und Joachim Kirchner: Die gotischen Schriftarten, Leipzig 1928. [Ai 8]

Ehrle, Franz und Paul Liebaert: Specimina codicum latinorum Vaticanorum, Bonn 1912. [Ai 9]

Steffens, Franz: Lateinische Paläographie. 125 Tafeln in Lichtdruck mit gegenüberstehender Transkription nebst Erläuterungen und einer systematischen Darstellung der Entwicklung der lateinischen Schrift, 2. verm. Aufl., Leipzig und Berlin 1929. [Ai 172 (Grüne Kommode)]

 

Weiterführende Literatur:

Brandt, Ahasver von: Werkzeug des Historikers. Eine Einführung in die Historischen Hilfswissenschaften (Urban-Taschenbücher 33), 15. Aufl., Stuttgart, Berlin und Köln 1998, bes. S. 65-80. [Aa 2515]

Foerster, Hans und Thomas Frenz: Abriss der lateinischen Paläographie (Bibliothek des Buchwesens 15), 3. überarb. u. um ein Kapitel erw. Aufl., Stuttgart 2004. [USB, IFA/Mittellateinische Abteilung P 320]

Rohr, Christian: Historische Hilfswissenschaften. Eine Einführung (UTB 3755), Wien, Köln und Weimar 2015, bes. S. 125-212. [Aa 25:7; auch als Ressource im Uni-Netz verfügbar]

Bischoff, Bernhard: Paläographie des römischen Altertums und des abendländischen Mittelalters (Grundlagen der Germanistik 24), 4., durchges. und erw. Aufl., Berlin 2009. [USB; IFA/Mittellateinische Abteilung P 89a]

Boeselager, Elke von: Schriftkunde. Basiswissen (Hahnsche historische Hilfswissenschaften 1), Hannover 2004. [Ai 90:3]

Mazal, Otto: Lehrbuch der Handschriftenkunde (Elemente des Buch- und Bibliothekswesens 10), Wiebaden 1986. [Ak 1106-10]

Schneider, Karin: Paläographie und Handschriftenkunde für Germanisten. Eine Einführung (Sammlung kurzer Grammatiken germanischer Dialekte. Ergänzungsreihe 8), 2. überarb. Aufl., Tübingen 2009. [Ai 98:1]

Kluge, Mathias Franc: Handschriften des Mittelalters. Grundwissen Kodikologie und Paläographie, Ostfildern 2014. [Ai 16:4]

 

Einen netten Einblick bietet:

Skriptorium. Mittelalterliche Buchkunst, hg. vom Haus der Bayerischen Geschichte, Augsburg und der Staatsbibliothek Bamberg, URL: http://www.hdbg.de/skriptorium/index.htm (abgerufen am 24.05.2017).

Gepflegt wird weiterhin: Ad fontes der Universität Zürich, wo inzwischen auch der Capelli eingepflegt ist; URL: http://www.adfontes.uzh.ch/1000.php?seite=5211.php (abgerufen am 24.05.2017).

Empfohlene Zitierweise
Stefanie Menke, Online-Übungen und Tafelwerke, in: historicum-estudies.net,
URL: http://www.historicum-estudies.net/etutorials/leitfaden-mittelalter/palaeographie/online-uebungen-und-tafelwerke/?L=1 (Datum des letzten Besuchs).

Erstellt: 12.06.2017

Zuletzt geändert: 13.06.2017