Toolbox eMedien

Literaturverwaltung

Andreas Hartmann

Gerade für die Organisation großer Mengen an standardisierten Informationen bieten EDV-Systeme eigentlich hervorragende Möglichkeiten. Die Verwaltung von Literaturangaben und Exzerpten ist hierfür ein Musterbeispiel. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Eingabemasken des Computers zu Genauigkeit und Vollständigkeit der Titelaufnahme erziehen. Freilich ist die Entwicklung einer eigenen Datenbanklösung ziemlich aufwendig, und die in Word 2007 bzw. OpenOffice/LibreOffice integrierten Literaturverwaltungen bieten nur sehr rudimentäre Möglichkeiten. Glücklicherweise stehen im Internet jedoch einige vorgefertigte Lösungen bereit; die Auswahl beschränkt sich auf preislich moderate Software:

  • Citavi: http://www.citavi.de
    Ausgefeiltes Werkzeug zur Literaturverwaltung, Aufgabenplanung und Wissensorganisation im Rahmen eines geisteswissenschaftlichen Forschungsprojektes. Zahlreiche Hilfetexte leiten zu korrekter Benutzung des Programms und strukturierten Arbeitsabläufen an. Das Programm ist Unicode-fähig und erlaubt den Download von Titeldaten aus diversen Bibliotheks- und Verbundkatalogen sowie bibliographischen Datenbanken (z. B. der Année Philologique!). Momentan fraglos erste Wahl. Die kostenlose Basisversion Citavi Free ermöglicht die Erstellung von Datenbanken mit bis zu 100 Einträgen, ist also bis ins Hauptstudium hinein in der Regel ausreichend. Eine Campus-Lizenz ermöglicht allen Angestellten und regulär an der Universität Augsburg immatrikulierten Studierenden auch die Benutzung von Citavi Pro: Sie müssen lediglich unter http://www.citavi.com/uni-augsburg einen persönlichen Lizenzschlüssel anfordern. Unter http://www.citavi.com/anleitung steht eine ausführliche Einleitung in das wissenschaftliche Arbeiten mit Citavi zur Verfügung.

  • Zotero: http://www.zotero.org
    Ursprünglich ein Add-on für Firefox-basierte Browser, das der Idee nach die direkte Übernahme bibliographischer Daten von Webseiten ermöglicht. Die Verlagerung der Literaturverwaltung in den Browser sollte der zunehmenden Konvergenz von Web und Desktop angemessen Rechnung tragen. Zunehmend werden von Zotero auch deutschsprachige Angebote und OPAC-Systeme unterstützt. Seit der Version 3 lässt sich Zotero auch unabhängig vom Browser verwenden. Hilfsprogramme zur automatischen Zitation in Microsoft Word und OpenOffice Writer stehen ebenfalls zur Verfügung.

  • Mendeley Desktop: http://www.mendeley.com
    Anders als die übrigen hier aufgeführten Programme geht Mendeley nicht in erster Linie von der Literaturverwaltung aus, sondern präsentiert sich als Datenbank zur Erfassung, Verwaltung und Bearbeitung von PDF-Dateien. Aus diesen werden bibliographische Informationen automatisch extrahiert – eine manuelle Korrektur bleibt freilich in den meisten Fällen erforderlich. Literaturlisten können über vom Zotero-Projekt übernommene Plugins generiert werden. Angesichts der Tatsache, dass ein immer größerer Teil gerade der Zeitschriftenliteratur in elektronischer Form vorliegt, ist der Ansatz des Mendeley-Desktops eine hochinteressante Alternative. Zur Verwaltung von PDF-Aufsatzkopien wegen der guten Vollbild- und Kommentierungsfunktionen schon jetzt sehr empfehlenswert.

  • Lit-link: http://www.lit-link.ch
    An den Universitäten Zürich und Basel von Historikern für Historiker entwickeltes Programm auf Filemaker-Basis. Da allerdings die entsprechenden Runtime-Dateien zur Verfügung gestellt werden, ist eine lokale Installation dieses Datenbanksystems nicht notwendig. Der Download von Titeldaten aus OPACs ist möglich, es existiert jedoch keine Integration in eine Textverarbeitung. Die zahlreichen Eingabe- und Verknüpfungsmöglichkeiten werden zudem durch eine gewisse Unübersichtlichkeit erkauft, zumal die Programmierung als Filemaker-Datenbank der Gestaltung der Programmoberfläche enge Grenzen setzt. Hier kommen Sie zur H-Soz-u-Kult-Rezension.

  • Literat: http://www.literat.net
    Der kostenlose Klassiker. Bietet hervorragende Möglichkeiten zur Literatur- und Exzerptverwaltung. Leider schon etwas betagt und daher nicht Unicode-fähig. Auch der Download von Titeldaten aus OPACs und die direkte Einfügung von Zitaten in eine Textverarbeitung sind nicht möglich. Insofern nicht mehr zu empfehlen. Die wichtigsten Köpfe hinter Literat haben den Nachfolger Citavi aus der Taufe gehoben.

  • Scholar’s Aid: http://www.scholarsaid.com
    Eine etwas eingeschränkte Freeware-Version ist erhältlich. Potentiell sehr mächtiges Arbeitsinstrument, dessen Bedienung jedoch einige Einarbeitungszeit erfordert. Die lange Zeit schleppende Weiterentwicklung wird nun offenbar in Korea vorangetrieben (http://scholarsaid.co.kr). Das Fehlen einer englischsprachigen Homepage lässt darauf schließen, dass man sich auf den asiatischen Markt konzentrieren will.

  • Visualcomposer: http://www.visualcomposer.net
    Bietet eine enge Integration von Internetrecherche und Datenverwaltung, sowie eine Aufgabenverwaltung.

  • Biblioscape: http://www.biblioscape.com

  • Bibus: http://bibus-biblio.sourceforge.net

  • Für LaTeX: JabRef (http://jabref.sourceforge.net)

Empfohlene Zitierweise
Andreas Hartmann, Literaturverwaltung, aus: Toolbox eMedien, in: historicum-estudies.net,
URL: http://www.historicum-estudies.net/etutorials/toolbox-emedien/literatur/literaturverwaltung/ (Datum des letzten Besuchs).

Erstellt: 24.04.2014

Zuletzt geändert: 06.05.2015