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Office-Programme

Andreas Hartmann

Weit verbreitet ist das Programmpaket Microsoft Office. Für Studenten und Universitätsdozenten ist der Erwerb besonders kostengünstiger Lizenzen möglich (als Paket Microsoft Office University über bekannte Versender; ähnliche Angebote anderer Firmen finden Sie z. B. unter http://www.educheck.de). Ganz kostenlos geht es mit OpenOffice (http://de.openoffice.org) bzw. dem daraus hervorgegangenen LibreOffice (http://de.libreoffice.org), das alle Grundfunktionen wie Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentationserstellung bietet. Die mittlerweile aktuellen Versionen enthalten auch eine voll funktionsfähige Datenbankapplikation. Wer also eigene Datenbanken programmieren möchte – etwa zur Verwaltung von Quellenexzerpten –, dem wird hier die Möglichkeit dazu geboten. OpenOffice/LibreOffice ist seit der Version 2.0 zudem hinsichtlich der Bedienerführung in etlichen Punkten stärker an Windows-Standardanwendungen, d. h. Office 2000/XP/2003, angepasst, um Interessenten den Umstieg zu erleichtern.

Die genannten Programme sind für die Abfassung von Hausarbeiten völlig ausreichend. Bei längeren Texten von der Dissertation aufwärts stoßen sie jedoch an Grenzen, auch wenn die Horrorgeschichten früherer Tage dank neuer Programmversionen und Dateiformate heute nicht mehr maßgeblich sind. Schwierigkeiten mit üblichen Textverarbeitungen treten aber immer noch insbesondere dann auf, wenn Graphiken eingefügt werden sollen. Eine gänzlich befriedigende Lösung existiert hier nicht, da DTP-Programme wie Adobe InDesign zwar Graphiken gut verarbeiten, dafür aber erhebliche Schwächen im Umgang mit Fußnoten aufweisen. Wirklich professionellen Textsatz ermöglicht LaTeX (http://www.latex-project.org), das aber einen relativ großen Lernaufwand voraussetzt, weil es auf eine graphische Benutzeroberfläche gerade verzichtet – was der Stabilität zugute kommt. Wie etwa auch HTML werden bei LaTeX Markup-Befehle zur Festlegung der gewünschten Formatierung in die Textdatei eingebettet. Erst ein Kompiler erzeugt dann das fertige Dokument. Was etwa die Erzeugung eines schönen Blocksatzes angeht, ist LaTeX allen üblichen Textverarbeitungen und DTP-Programmen haushoch überlegen. LaTeX steht in verschiedenen Distributionen frei zum Download zur Verfügung: http://miktex.org (bekannteste Spielart auf Windows-Systemen), http://www.tug.org/protext (aufgebohrtes MiKTeX-Derivat). Wer auf eine graphische Benutzeroberfläche nicht verzichten mag, kann es mit dem LaTeX-Frontend LyX (http://www.lyx.org) versuchen.

Zur Exzerptverwaltung sind Datenbanken nicht immer die praktischste Lösung, da der Aufwand für die Strukturierung hoch ist, und geisteswissenschaftliche Daten sich einer rigiden Kategorisierung nicht immer leicht unterwerfen lassen. Als elektronischen Ersatz für den guten alten Zettelkasten bietet Microsoft das Programm OneNote an. Ganz ähnliche Funktionalität bekommen Sie jedoch auch kostenlos (allerdings mit kleiner Werbeeinblendung) mit EverNote (http://www.evernote.com). Der entscheidende Vorteil gegenüber jeder papiergebundenen Lösung ist natürlich die jederzeit gegebene Möglichkeit zu Korrektur und Erweiterung, zu hierarchischer Gliederung mit mehrfacher Zuordnung einzelner Exzerpte, sowie zur Volltextsuche. Speziell auf die wissenschaftliche Nutzung zugeschnitten ist das Programm Zettelkasten nach Luhmann (http://zettelkasten.danielluedecke.de), das sich an den Arbeitsprinzipien des berühmten Soziologen orientiert. Ähnliches gilt für das Programm Synapsen (http://www.verzetteln.de/synapsen). Auch aktuelle Literaturverwaltungsprogramme (s. Kap. 13.6.)bieten inzwischen meist Funktionen zur Exzerptverwaltung an.

Empfohlene Zitierweise
Andreas Hartmann, Office-Programme, aus: Toolbox eMedien, in: historicum-estudies.net,
URL: http://www.historicum-estudies.net/etutorials/toolbox-emedien/textproduktion/office-programme/?L=0 (Datum des letzten Besuchs).

Erstellt: 24.04.2014

Zuletzt geändert: 06.05.2015