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PDF-Erstellung

Andreas Hartmann

Das PDF-Format hat sich seit längerem zu einem Standard für den Dokumentenaustausch entwickelt. Kursmaterialien – wie z. B. das vorliegende Tutorium – werden häufig in diesem Format zum Download bereitgestellt. Gegenüber einer Präsentation in HTML oder Anwendungsformaten wie DOC bietet dies einige Vorteile:

  • Anzeige plattformunabhängig und vom Ersteller zu kontrollieren (Umbrüche, Sonderzeichen usw.!)

  • Verhinderung von Änderungen am Dokument bzw. Zugriffsbeschränkungen möglich

  • Einbettung von Schriftarten möglich (z. B. für Altgriechisch)

  • Ausdruck mit hoher Qualität und definierter Formatierung möglich

Zur Anzeige von PDF-Dateien muss der Nutzer freilich ein entsprechendes Anzeigeprogramm installieren. Das bekannteste ist der kostenlose Adobe Reader (http://get.adobe.com/de/reader), der im Vergleich zu anderen Lösungen ein Maximum an Kompatibilität bietet, da Adobe mit dem Softwarepaket Acrobat auch der Hersteller der meistgenutzten Lösung zum Erzeugen von PDF-Dateien ist. Es stehen aber auch Alternativen zur Verfügung, wie etwa der Foxit PDF-Reader (http://www.foxitsoftware.com/Secure_PDF_Reader), der extrem kompakte Sumatra PDF Reader (http://blog.kowalczyk.info/software/sumatrapdf/free-pdf-reader-de.html) oder die auch mit zahlreichen Bearbeitungs- und Kommentarfunktionen bestückten PDF-XChange Viewer (http://www.tracker-software.com/product/pdf-xchange-viewer) und Nitro Reader (http://www.nitroreader.com). Die technische Entwicklung hat dazu geführt, dass mittlerweile verschiedene PDF-Standards existieren, die jeweils eine bestimmte Reader-Version erfordern. Eine Installation des neuesten Adobe Reader oder einer vergleichbaren Alternative sollte daher auf keinem System fehlen. Das gilt auch deshalb, weil die frühere Ansicht, dass das PDF-Format vergleichsweise wenig Sicherheitsprobleme aufwerfen würde, mittlerweile gründlich widerlegt ist. Tatsächlich sind Fehler in Betrachtern wie Adobe Reader und Flash bzw. Webbrowsern heute das gefährlichste Einfallstor für Schadsoftware auf einem Rechner. Die Hersteller gehen daher vermehrt dazu über, PDF-Reader direkt in Browser (Google Chrome) bzw. Betriebssystem (ab Windows 8) zu integrieren und dort automatisch zu updaten.

Anders als der Adobe Reader ist das Erzeugerpaket Adobe Acrobat nicht kostenlos, sondern im Gegenteil ziemlich kostspielig. Eine Anschaffung lohnt sich für den althistorischen Nutzer in der Regel nicht. (Jedenfalls, sofern man nicht längere Drucktexte digitalisieren will. Hier bietet Acrobat mit seiner ClearScan-Technologie ganz hervorragende Möglichkeiten.) Das heißt aber nicht, dass die Erzeugung von PDF-Dateien unmöglich wäre: Benutzer des bereits erwähnten OpenOffice/LibreOffice-Paketes haben es da schon seit langem einfach, denn eine durchaus brauchbare PDF-Exportmöglichkeit ist hier bereits standardmäßig gegeben. Microsoft hat mit seinem Office 2007 nachgezogen. Mit den folgenden frei verfügbaren Programmpaketen lässt sich aber allen Windows-Anwendungen die PDF-Ausgabe beibringen:

  1. Ghostscript: http://www.ghostscript.com
    Der eigentliche „Übersetzer“. Ghostscript konvertiert Postscript-Dateien (spezielle Drucker-Dateien) nach PDF. Die Fortschritte bei der Unterstützung einzelner PDF-Features und die Qualität der Ausgabe sind von Version zu Version enorm. Es lohnt ein Update auf die neueste Ausgabe. Da Ghostscript keine graphische Benutzeroberfläche besitzt, ist es von einem durchschnittlichen Benutzer jedoch nicht zu bedienen. Hier setzen die folgenden Programme an.

  2. Ghostword: http://sourceforge.net/projects/ghostword
    Add-In für Microsoft Word. Ghostword automatisiert die Erstellung der Postscript-Druckerdatei sowie ihre Konvertierung nach PDF mittels Ghostscript. Ähnlich wie mit Adobes PDF-Maker sind hierbei auch eine automatische Erstellung von PDF-Bookmarks anhand der Word-Gliederungsebenen sowie die Umwandlung von Internetadressen in funktionierende PDF-Hyperlinks möglich. Alle PDF-Optionen wie Schriftarteinbettung, Graphikkompression, PDF-Standard usw. können eingestellt werden. Benötigt einen installierten Postscriptdruckertreiber (z. B. von Adobe: http://www.adobe.com/support/downloads/product.jsp?product=44&platform=Windows). Der Nutzen des Word-Add-Ins ist aufgrund der nativen Exportfunktion in neueren Word-Versionen natürlich stark relativiert.

  3. PDF-T-Maker: http://www.transcom.de/transcom/de/tipps-tricks/acrobat/2004_pdf-t-maker.htm
    Es gilt selbiges wie für Ghostword. Der PDF-T-Maker basiert auf der von Adobe vor einigen Jahren freigegebenen Version des mit Acrobat 3 ausgelieferten Word-Plugins PDF-Maker. Die Programmierer der Firma Transcom haben diesen allerdings um etliche Funktionen bereichert. Neben der Bookmarkgenerierung lassen sich auch Fußnoten, Endnoten und Indexeinträge in Word-Dateien automatisch in PDF-Hyperlinks umwandeln. Arbeitet mit einer Vielzahl aktueller PDF-Konverter zusammen. Einfache Installation und gute Dokumentation.

  4. PDFCreator: http://sourceforge.net/projects/pdfcreator
    Erstellt einen virtuellen Drucker, über den aus jeder Anwendung PDF-Dateien erstellt werden können. PDF-Bookmarks können aus technischen Gründen jedoch so nicht erzeugt werden.

  5. PDF-XChange Lite: http://www.tracker-software.com/product/pdf-xchange-lite
    Ditto. Kostenlos für private und akademische Nutzung.

  6. eDocPrintPro: http://www.pdfprinter.at
    Ähnlich.

  7. PrimoPDF: http://www.primopdf.com
    Selbiges.

  8. Nitro Reader: http://www.nitroreader.com
    Und noch einmal.

  9. LaTeX ist ohnehin in der Lage, PDF-Dateien direkt zu erzeugen.

Empfohlene Zitierweise
Andreas Hartmann, PDF-Erstellung, aus: Toolbox eMedien, in: historicum-estudies.net,
URL: http://www.historicum-estudies.net/etutorials/toolbox-emedien/textproduktion/pdf-erstellung/?L=1 (Datum des letzten Besuchs).

Erstellt: 24.04.2014

Zuletzt geändert: 06.05.2015