Tutorium Augustanum

Papyrologie

Obwohl der epigraphic habit der griechisch-römischen Antike vielleicht diesen Eindruck erweckt, war die Antike keine zweite "Steinzeit": Stein war nur einer von vielen Schriftträgern und natürlich nicht das Medium der Wahl für Alltagskommunikation und Verwaltungsgeschäfte. In diesen Kontexten dominierten stattdessen Ostraka (Tonscherben) für kurze, formelhafte Texte wie etwa Quittungen sowie Holz- bzw. Wachstäfelchen und Papyri für Privatkorrespondenz, Akten und Verträge. Obwohl noch unser Wort „Papier“ vom antiken Papyrus abgeleitet ist, besteht in der Sache kein Zusammenhang: Papyrus wurde aus den Stängeln der Papyrusstaude hergestellt, indem diese in Streifen geschnitten und in zwei Schichten kreuzweise übereinander gelegt wurden. Durch Klopfen und Pressen entstand daraus ein Blatt, dass durch den stark stärkehaltigen Pflanzensaft verklebt wurde. Papyrus war in verschiedenen Qualitätsstufen erhältlich und – zumindest im Mittelmeerraum – das übliche Schreibmedium im Alltag.

Empfohlene Zitierweise
Andreas Hartmann, Tutorium Augustanum: Papyrologie, in: historicum-estudies.net,
URL: http://www.historicum-estudies.net/etutorials/tutorial-alte-geschichte/papyrologie/ (Datum des letzten Besuchs).

Erstellt: 24.04.2014

Zuletzt geändert: 15.01.2017