Tutorium Augustanum

Zentrale Einführungsliteratur

Voraussetzung der im Proseminar verfolgten methodologischen Zielsetzungen sind einigermaßen gesicherte Überblickskenntnisse und Strukturwissen in Alter Geschichte. Generell sind die aus der Schule mitgebrachten Vorkenntnisse heute oft erschreckend gering, bisweilen ist nicht einmal ein Wissen über grundlegende Periodisierungen der Geschichte vorhanden, sodass man sich überhaupt erst einmal darüber verständigen muss, was mit "Antike" eigentlich gemeint ist. Epochenbezeichnungen wie "Archaik", "Hellenismus", "Hohe Republik" usw. sind zwar wissenschaftlich gesehen nicht unproblematisch, aber aus pragmatischen Gründen für die Kommunikation doch unerlässlich. In einer Vorlesung sollte auch nicht mehr erklärt werden müssen, was ein Konsul ist. Sie sollten daher - ergänzend zum Besuch einer Grundkursveranstaltung - unbedingt mindestens ein geeignetes Handbuch gründlich lesen. Dafür bieten sich momentan an:

Leppin, Hartmut: Einführung in die Alte Geschichte (= C. H. Beck Studium), München 2005.
Bietet neben einem Abriss der griechischen und römischen Geschichte auf 111 Seiten auch einen Überblick über Quellengattungen und Grundwissenschaften, sowie einen kurzen Abschnitt zu Studienpraxis und möglichen Berufsfeldern. Hier kommen Sie zur H-Soz-u-Kult-Rezension, zur sehepunkte-Rezension und zur BMCR-Rezension.

Trotz ihrer hohen Qualität kann eine Darstellung in dieser Kürze nur ein allererster Einstieg sein. Vor allem ist zu bedenken, dass Kürze zumeist auch mit einem größeren Grad an Selektivität und Kompression einhergeht: Gerade für den Anfänger sind daher ausführlichere Darstellungen oft besser verständlich. Empfohlen sei daher ausdrücklich:

Gehrke, Hans-Joachim/Schneider, Helmuth (Hgg.): Geschichte der Antike. Ein Studienbuch, Stuttgart/Weimar 2013 (4. durchg. u. erw. Aufl.).
Beste wissenschaftliche Überblicksdarstellung in deutscher Sprache mit vielen Karten und Abbildungen. Als Handbuch zum Lernen und Nachschlagen für Studenten und Lehrer unverzichtbar. Vor allem für Staatsexamenskandidaten auch für die Prüfungsvorbereitung sehr nützlich. Zur Anschaffung dringendst empfohlen! Auf das Buch abgestimmt ist ein computergestütztes Repetitorium - die an der Universität Zürich entwickelte "Geschichte der Antike. Ein multimedialer Grundkurs" (GAD). Gerade wenn Sie Ihre Schulkenntnisse für den Bereich der Alten Geschichte als unzureichend und das Arbeiten mit dem Computer als lernmotivierend empfinden, kann dieses Angebot hilfreich sein: http://www.hist.uzh.ch/static/ls_applikation/eag (Zugangsdaten: gast/gast). Ebenfalls auf das Studienbuch zugeschnitten ist eine von denselben Herausgebern betreute Quellensammlung: Geschichte der Antike - Quellenband, Stuttgart/Weimar 2007. Hier kommen Sie zur BMCR-Rezension der GAD sowie zur H-Soz-u-Kult-Rezension der 2. Auflage des Studienbuches.

Wirbelauer, Eckhard (Hg.): Oldenbourg Geschichte Lehrbuch: Antike, München 2010 (3. Aufl).
Inhaltlich bietet das OGL weniger eine Alternative als eine Ergänzung zu Gehrke/Schneider, da nach einer extrem knappen ereignisgeschichtlichen Einführung vor allem Themenfelder aus dem Bereich der Historischen Anthropologie behandelt werden. Es geht also weniger um Politik- als um Mentalitätsgeschichte sowie antike Lebenswelten. Damit spiegelt das OGL freilich aktuelle Forschungstendenzen viel besser wieder als vergleichbare, eher der traditionellen Politikgeschichte verhaftete Werke. Wem es also weniger um staatsexamensrelevantes Wissen als um einen Überblick über die gegenwärtige Entwicklung des Faches zu tun ist, der ist hier richtig. Hier kommen Sie zur H-Soz-u-Kult-Rezension, zur sehepunkte-Rezension und zur BMCR-Rezension.

eManual Alte Geschichte: http://emanualaltegeschichte.blogs.uni-hamburg.de.
Überblicksvorlesung zur Alten Geschichte als Folge von Podcasts, ergänzt um exemplarische Quelleneinheiten und eine Basisbibliographie. Das Projekt il-lustriert die Vor- und Nachteile von Online-Lehre: Positiv ist die freie Verfüg-barkeit sowie die Unabhängigkeit von Zeit und Ort, die auch eine Anpassung der Lerneinheiten an eine durchschnittliche Konzentrationsspanne ermög-licht. Negativ ist der notwendig strikt frontale Charakter des Unterrichts, der jede Interaktion ausschließt. Wohl aus urheberrechtlichen Gründen zeigen die Podcasts keine Präsentation mit Quellenmaterialien und Karten, sondern nur den Dozenten. Das eManual kann daher zum gegenwärtigen Zeitpunkt klassische Präsenzlehre oder Buchpublikationen keinesfalls ersetzen.

Darauf aufbauend werden in einem Proseminar die für den Althistoriker notwendigen handwerklichen Fähigkeiten grundgelegt. Es geht also um die Erarbeitung von Kenntnissen über Hilfsmittel und Methoden, aber auch um Anstöße für eine theoretische Durchdringung der eigenen Tätigkeit als Historiker. In einem ersten Schritt soll Sie das Tutorium Schritt für Schritt in das Fach einführen. In einem zweiten Schritt sollen Sie anhand des von Ihnen gewählten Referatsthemas das im Tutorium Gelernte anwenden und vertiefen. Parallel zu diesem Reader lohnt sich die Konsultation folgender Publikationen:

Blum, Hartmut/Wolters, Reinhard: Alte Geschichte studieren (= UTB basics. 2747), Konstanz 2011 (2. überarb. Aufl.).
Hervorragende Einführung in Gegenstand, Methoden sowie Hilfs- und Schwesterwissenschaften der Alten Geschichte. Ein übersichtliches Layout und aussagekräftige Bilder laden zum Lesen ein. Hier kommen Sie zur H-Soz-u-Kult-Rezension und zur sehepunkte-Rezension.

Günther, Rosmarie: Einführung in das Studium der Alten Geschichte, Paderborn 2009 (3. überarb. u. akt. Aufl.).
Exzellente, da anschauliche Einführung zum Selbststudium mit vielen konkreten Quellenbeispielen und Illustrationen.

Handreichung zu den althistorischen Proseminaren an der Humboldt-Universität zu Berlin (derzeit in Berlin nicht mehr online und nur über die WaybackMachine des Internet Archive erreichbar.
Enthält neben Literaturangaben und einer Einführung in die Methodik des Faches auch kompakte Ausführungen über Periodisierung, Geschichte des Faches, Geschichte der antiken Historiographie usw.

Basiswissen Proseminar Alte Geschichte: http://hup.sub.uni-hamburg.de/opus/volltexte/2008/86/html/start.htm oder http://deposit.d-nb.de/ep/netpub/31/82/45/982458231/_data_stat/index.htm
Elektronisches Lernmodul, das eine Vielzahl an Materialien in Form von PDF-Dateien zur Verfügung stellt. Hier kommen Sie zur H-Soz-u-Kult-Rezension und zur sehepunkte-Rezension.

In der Hausarbeit sollen Sie schließlich dokumentieren, dass Sie das Gelernte anwenden können und zur Abfassung eines wissenschaftlichen Textes im strengen Sinne – also mit vollständiger Dokumentation der verwendeten Quellen und Sekundärliteratur – in der Lage sind.

Empfohlene Zitierweise
Andreas Hartmann, Tutorium Augustanum: Zentrale Einführungsliteratur, in: historicum-estudies.net,
URL: http://www.historicum-estudies.net/etutorials/tutorial-alte-geschichte/zentrale-einfuehrungsliteratur/?L=0 (Datum des letzten Besuchs).

Erstellt: 24.04.2014

Zuletzt geändert: 11.07.2017