Tutorium Archivarbeit

Archive des Bundes

Reichs-Gesetz-Blatt 1849 mit Verfassungstext
Archive verwahren nicht nur hand- und maschinenschriftliche Unterlagen, sondern auch Drucke aller Art. Das Reichs-Gesetz-Blatt der Frankfurter Nationalversammlung erschien nur bis zur 18. Nummer 1849.

Das deutsche Bundesarchiv wurde 1952 in der Nachfolge des seit 1919 bestehenden Reichsarchivs gegründet. Es archiviert die Überlieferung der obersten Reichs- bzw. Bundesbehörden, also des Kanzleramts, der Ministerien usw., seit 1867. Weiter liegen im Bundesarchiv die jeweiligen Militär- und Filmarchive der Bundesrepublik und der DDR. In den Jahren seit 1990 kamen an größeren Blöcken das Zentrale Staatsarchiv der DDR, das Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR, das Berlin Document Center (Aktensammlung der US-amerikanischen Besatzungsbehörde zur Vorbereitung der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse und Entnazifizierung) sowie die Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg hinzu. Derzeit (April 2014) besteht das Bundesarchiv aus acht Dienststellen in ganz Deutschland. Internetadresse: <http://www.bundesarchiv.de>

Das 1920 eingerichtete Politische Archiv des Auswärtigen Amts enthält die Urschriften internationaler Verträge des Deutschen Reichs, der BRD und der DDR sowie alle Unterlagen, "die der Auswärtige Dienst zur Erfüllung seiner Aufgaben benötigt", auch Personalakten und Diplomatennachlässe. Hinsichtlich der Benutzung gelten nach schriftlicher Anmeldung die Vorschriften des Bundesarchivgesetzes.
Internetadresse: <http://www.auswaertiges-amt.de>, dann in der Kopfleiste über "Informationsservice" weiterklicken.

Merkblatt für Reisen in den "kommunistischen Machtbereich".
Das abgebildete Merkblatt des Bundesinnenministeriums aus dem Jahr 1969 sollte Angehörige des öffentlichen Dienstes auf ihre Reisen in den "kommunistischen Machtbereich" vorbereiten.

Das Archiv des „Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR" war wegen dieses sperrigen Namens besser als "Gauck-Behörde" bekannt, firmierte seit dem ersten Wechsel in der Leitung schon weniger verbreitet als "Birthler-Behörde" und wird heute nach dem zweiten Leiterwechsel eher selten „Jahn-Behörde“ genannt. Wie die vollständige Bezeichnung sagt, besteht es aus der schriftlichen Hinterlassenschaft des Ministeriums für Staatssicherheit ("Stasi") der DDR. In dieser Archiv-Behörde liegt die gigantische Masse von 111 Regalkilometern in Papierform plus weiteren 46 Kilometern auf Mikrofilmen. 

Die Jahn-Behörde stellt in der deutschen Archivlandschaft insofern einen Sonderfall dar, als sie nach dem Stasi-Unterlagen-Gesetz arbeitet, nicht gemäß einem Archivgesetz. Dies ermöglicht eine ungeachtet aller Klagen Betroffener vergleichsweise nutzerfreundliche Freigabe von Akten über Personen.
Internetadresse: <http://www.bstu.bund.de>

Das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz gehört zu einer Bundesstiftung. Um Proteste empörter Kollegen unbekümmert, sei es hiermit kurz als eine Art "Staatsarchiv des Landes Preußen" beschrieben, da es brandenburgisch-preußische Überlieferung "zwischen Königsberg und Kleve" bewahrt. Der Gesamtumfang von rund 35 Regalkilometern setzt sich überwiegend aus dem Schriftgut staatlicher Provenienzen, aus der Zentrale wie aus den Provinzen, zusammen. Archivgut privater Herkunft stammt vor allem von Freimaurerlogen und Stiftungen. Internetadresse: <http://www.gsta.spk-berlin.de>

Empfohlene Zitierweise
Martin Burkhardt, Tutorium Archivarbeit: Archive des Bundes, in: historicum-estudies.net,
URL: http://www.historicum-estudies.net/etutorials/tutorium-archivarbeit/archivarten-und-traeger/archive-des-bundes/ (Datum des letzten Besuchs).

Erstellt: 24.04.2014

Zuletzt geändert: 22.05.2015