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Präsentation

Andreas Hartmann

Referat

Wissenschaftliche Vorträge auf Fachkonferenzen werden oft abgelesen, weil dort in einem sehr beschränkten Zeitrahmen komplexe Argumentationen zu entwickeln sind. Auch ist ein ausformulierter Text zumeist geschliffener als ein frei gesprochener. Für Unterrichtssituationen und universitäre Referate gelten aber andere Kriterien: Sprechen Sie nach Möglichkeit frei, auch wenn Sie einen vollständigen Text ausformuliert haben. Dies ermöglicht Ihnen nämlich,

  1. Blickkontakt mit Ihrem Publikum (nicht nur dem Dozenten! – das wirkt ganz unsicher) zu halten.

  2. auf Konzentrationsabfälle im Publikum durch Anpassung der Sprechweise und Raffen der Argumentation flexibel zu reagieren.

  3. ihre Gedankengänge in einer dem Denkvermögen eines durchschnittlichen homo sapiens angepassten Geschwindigkeit zu präsentieren. Bedenken Sie stets, dass die von Ihnen präsentierten Sachverhalte für Sie selbst zwar mittlerweile vertraut, für Ihre Zuhörer aber noch fremd sind!

Entwerfen Sie jedoch in jedem Fall eine Gliederung, auch wenn Sie aufgrund von Stichpunkten völlig frei sprechen. Das zwingt Sie, Ihr Thema gedanklich zu durchdringen und eine stringente Argumentation zu entwickeln. Nichts ist schlimmer als ein Vortrag ohne Klimax, auf die die Argumentation hinzielt (Prinzip "umgestürzter Zettelkasten" bzw. literarischer: "Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen.").

Die Kunst eines guten Referenten besteht nicht in der Präsentation des vollständigen Materials, sondern in der aufgrund vollständiger Kenntnis des Materials getroffenen Auswahl der zentralen Quellen und Sekundärliteratur.

Visualisieren Sie Ihre Argumente durch Schaubilder, illustrieren Sie Ihren Vortrag durch Sachquellen, um Abwechslung und Anschaulichkeit zu erreichen. Gleichwohl sollten diese Elemente nicht selbstzweckhaft in den Vordergrund treten. Die Powerpoint-Präsentation soll ggf. das Referat unterstützen und nicht umgekehrt!

Stellen Sie ein Thesenpapier mit Gliederung, wichtigen Quellenzitaten und Literaturhinweisen zur Verfügung, das erleichtert es Ihren Zuhörern, dem Referat zu folgen.

Fassen Sie Fragen oder Widerspruch nie als persönlichen Angriff auf! Wissenschaft ist Diskussion, und die Diskussion dient der Präzisierung der Argumentation. Nachdem Sie sich mühevoll in ein Thema eingearbeitet haben – was gibt es schöneres, als sich mit anderen darüber auszutauschen?

Karten

Oft wünscht man sich, zur Illustration eines Vortrages/Referates eigenes, angepasstes Kartenmaterial erstellen zu können. Mit Hilfe eines einfach zu bedienenden Programms ist dies auch möglich: dem Map Creator. Sie können den Kartenausschnitt wählen, die Anzeigeoptionen verändern (Anzeige von Höhenreliefs, Projektionsart, Anzeige von Staatsgrenzen, Binnengewässern usw.) und beliebige Orte aus einer Datenbank mit Geodaten in die Karte einzeichnen lassen. Selbstverständlich können auch Textelemente oder Routenpfeile manuell eingetragen werden. Der Map Creator ist unter http://www.primap.com in mehreren Versionen erhältlich. Die kostenlose Variante ist voll funktionsfähig und fügt den erstellten Karten lediglich ein Wasserzeichen hinzu. Zukünftig wird auch das Tool Antiquity À-la-carte des Ancient World Mapping Center eine Alternative darstellen.