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Einteilung von Texten (4)

Die Einteilung von Texten und ihre Zitierform sind zwar nicht prinzipiell Sache der Philologie, können aber hier am besten angeschlossen werden. In der Fachliteratur gibt es häufig Quellenangaben wie „Thuk. 1, 20 – 2“ oder „Tac. ann. 6, 51, 2“. Solche Angaben setzen sich zusammen aus einer Abkürzung für den Autor der Quelle (Thukydides, Tacitus), bei einem Autor, von dem mehrere Werke bekannt sind, mit einer Angabe des gemeinten Werkes (Tacitus, Annales) und dem jeweils präzisen Zitat der gemeinten Stelle.

Diese Abkürzungen kann man leicht mit dem dritten Band des Neuen Pauly (NP), des wichtigsten Nachschlagewerkes für das Studium der Alten Geschichte, auflösen, da hier die wichtigsten Autoren und Werke aufgeführt sind (dieses Abkürzungsverzeichnis ist auch online einsehbar). Natürlich gibt es auch andere Hilfsmittel, z. B. die Abkürzungsverzeichnisse in wissenschaftlichen Wörterbüchern (besonders wichtig und oft benutzt sind die Verzeichnisse im Thesaurus linguae Latinae und in Liddell / Scott / Jones, A Greek-English Lexicon [s. o.]).

Die Zahlen verraten uns, daß die entsprechenden Werke – vom Autor oder einem späteren Herausgeber – in Bücher eingeteilt wurden (Thuk. 1 = das erste Buch des Thukydides; Tac. ann. 6 = das sechste Buch der annales des Tacitus), diese Bücher wiederum in Kapitel (Thuk. 1, 20; Tac. ann. 6, 51), die Kapitel in vielen Fällen auch in Unterabschnitte (Tac. ann. 6, 51, 2). Bei Dichtern werden die Buch- und Verszahlen zitiert (z. B. Hom. Od. 1, 1-10 = Homer, Odyssee, Buch 1, Vers 1 – 10).

In brauchbaren Ausgaben (leider aber auch in schlechteren) und in brauchbaren Übersetzungen sind diese Zahlen am Seitenrand angegeben. Die entsprechende Seite eines Buches kann so aussehen:

Solche Zitierformen sind kein Selbstzweck: wer einfach auf „S. 449“ der obigen Ausgabe verweist, wird von jemandem, der eine andere Ausgabe zur Hand hat, nicht verstanden – während Tac. ann. 6, 51, 2 universal nachvollziehbar ist.