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Münzen als Quellen des Historikers

Auf der Basis der inzwischen zumeist sehr guten Kataloge lassen sich fundierte historische Schlussfolgerungen ziehen. Hierbei werden verschiedene Fragestellungen verfolgt. Grundsätzlich lassen sich drei Untersuchungsfelder unterscheiden:

  1. technische Aspekte der Produktion (Herkunft des Metalls, Emissionsgrößen etc.),
  2. ikonographische Aspekte und
  3. Erkenntnisse, die sich aus dem Umlauf bzw. der Verwendung ableiten lassen.

Obwohl technische Aspekte dank moderner physikalischer Methoden in den letzten Jahrzehnten zunehmend untersucht wurden, steht die Selbstdarstellung von prägenden Städten und insbesondere von Monarchen noch immer im Fokus vieler aktueller Forschungsansätze. Die Verwendung von Münzen nach ihrem Inumlaufbringen ist vor allem für wirtschaftshistorische Fragestellungen wichtig. Da die Münzen zumeist als Geld verwendet wurden, könnten aus den Fundorten und Fundumständen grundsätzlich Rückschlüsse auf wirtschaftliche Verflechtungen gezogen werden. Viele Münzen wurden dem Geldumlauf aber auch entzogen, um in Zukunft nicht mehr als Geld verwendet zu werden. Diese Münzen bieten wichtige Einblicke in die Mentalitätsgeschichte. Besonders verbreitet war die Sitte, den Verstorbenen eine Münze auf die Zunge oder zumindest mit ins Grab zu legen, mit der sie den Fährmann in der Unterwelt bezahlen konnten. Einige Münzen wurden zudem gelocht oder mit Ösen versehen und wahrscheinlich als Schmuck oder Amulett verwendet.

Schließlich dienen Münzen häufig der Datierung archäologischer Kontexte, was in den letzten Jahren beispielsweise zu heftigen Diskussionen über den Ort der berühmten Varusschlacht geführt hat.